Der Sprung auf den Amiga: Erst Crossbuild, dann ganze Partie

Der erste Amiga-Nachweis war absichtlich klein. Mit m68k-amigaos-gcc 6.5.0b wurde derselbe C-Kern für AmigaOS übersetzt. Ein minimales Konsolenprogramm startete unter FS-UAE auf einer emulierten A1200/68020-Konfiguration, führte einen deterministischen KI-Zug aus und kehrte sauber zum Prompt zurück.

Das belegte drei verschiedene Dinge – und eben nicht mehr:

  • Der Crossbuild erzeugte ein gültiges AmigaOS-Programm.
  • Eine hostseitige Prüfung bestätigte, dass der Kern ohne SDL-Abhängigkeit eingebunden war.
  • Der Emulatorlauf bestätigte Start, Ausgabe und einen kleinen Game-/KI-Pfad unter AmigaOS.

Darauf folgte das native AGA-Frontend: ein eigener 320×256-PAL-Screen, Maussteuerung, Auswahl zwischen Leicht, Mittel und Schwer und ein vollständiger Spielablauf über dieselbe öffentliche Game-API wie unter Linux. Eine komplette Mensch-gegen-KI-Partie wurde in FS-UAE gespielt und endete unentschieden; die Steinsumme blieb korrekt. Damit war nicht bloß ein Menüfoto, sondern erstmals eine ganze Partie in der Amiga-Fassung abgenommen.

Ein später untersuchter Anzeigeeffekt führte zunächst auf eine falsche Spur rund um die Zeitermittlung. Die tatsächliche Ursache lag in einer Bildschirmkorruption zwischen FS-UAE-Programmläufen. Der feste Ersatz-Seed blieb trotzdem sinnvoll, weil die verwendete Cross-Toolchain die Standard-C-Zeitfunktion nicht passend verlinkte. Ein schöner Fall von: Die erste Verdächtige war unschuldig, bekam aber trotzdem einen dauerhaften Stellvertreter.

Wesentliche Grenze: Alle genannten Laufzeitprüfungen fanden im Emulator statt. Ein Test auf einem echten Amiga 1200 war zu diesem Zeitpunkt weiterhin offen. Ebenso fehlten Amiga-Audio, Hotseat, Savegames und Zuganimationen.

Rückblickend veröffentlicht. „FS-UAE-getestet“ bedeutet ausdrücklich nicht „auf echter A1200-Hardware getestet“.

Entwicklertagebuch Amiga AGA FS-UAE Crossbuild
Share X (Twitter) Reddit LinkedIn